DAS KINO


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25 Jahre Kino im Pferdestall

Schon bei der Besetzung der Reitschule im Winter 1987 als alternatives Kultur- und Begegnungszentrum entstand die Idee, ein Kino einzurichten. Das Ziel war einen nicht dem blinden Konsum der Ware Film verpflichteten Ort zu schaffen und das Medium in einen gesellschaftlichen Zusammenhang zu stellen. Das Programm sollte von Rahmenveranstaltungen begleitetet sein. Der Ort wurde gefunden in einem ehemaligen Pferdestall am seitlichen Ende des Innenhofes. Findige Köpfe schufen eine über einer Bar schwebende Projektionskabine. Der Lichtstrahl der Projektoren fällt seither auf eine in leichter Diagonale zum Raum gehängte Leinwand.

Bereits im März 1988 wurde in ebendiesem Kino zu seiner Eröffnung eine Auswahlschau der Solothurner Filmtage gezeigt. In der Folge wurden Zyklen zu jeweils politisch aktuellen Themen organisiert, nationalen wie internationalen, begleitet von Referaten und Diskussionen. Auch dem experimentellen Filmschaffen wurde ein Platz eingeräumt. Seither existiert ein Kollektiv von einem Dutzend ehrenamtlich engagierten Film-Begeisterten. Einige langjährig Involvierte, dann auch meist Jüngere, welche sich für eine Kultur einsetzen, die dem gängigen Konsum des Mediums entgegen steht.

Das Programm besteht nach wie vor aus monatlichen, thematisch orientierten Zyk­len. Dieses wird vom Kollektiv auf die Beine gestellt, alles neben den anfallenden Reitschule-Problemen, welche basisdemokratisch abgehandelt werden. Freitag- und Samstagabende sind dem aktuellen Zyklus gewidmet. Zudem gibt es jeden zweiten Donnerstag die von jüngeren Freiwilligen initiierte Reihe mit dem Titel «Mellow Mélange». Diese Filme bringen einem jungen Publikum ältere Werke näher, die sie sich nicht entgehen lassen sollten. Jeden zweiten Dienstag werden auch «Uncut» Filme gezeigt, organisiert von einem schwul-lesbischen Kollektiv. Ab und zu gibt es auch zumeist lokal verankerte Vorpremieren und andere spezielle Anlässe.

Seit 2005 ist das Kino in der Reitschule Mitglied der Vereinigung DAK, des «Ande­ren Kinos» in der Stadt Bern, welcher auch das Kino Kunstmuseum, Cinématte, das traditionsreiche Kellerkino, und das Lichtspiel angehören. Der 35 mm-Projektor ist inzwischen von der altertümlichen Kohlen-Projektions-Technik auf Xenon-Licht umgerüstet. Eine der letzten in der Stadt verbliebenen Projektions-Maschinen, welche sich dem kommerziellen Druck durch die digitale Projektion widersetzt. Die Möglichkeit, Filme im 35 mm-Format zu zeigen, schwindet leider rasant unter dem Diktat der Industrie, wird jedoch wenn immer möglich hochgehalten bei der Programmierung der Zyklen. Auch sonst, wie überall beim DAK: Hier gibt es Bilder die sich eingraben, dafür kein Popcorn!

25 ans de cinéma à la Reitschule de Berne

Lors de la création du Centre alternatif de la Reitschule en 1987, l'idée naquit de créer un lieu pour projeter des films. Les appareils nécessaires furent installés, et dès 1988 un cinéma pu être inauguré avec une sélection des Journées du Film de Soleure. Par la suite, des cycles thématiques furent organisés avec des conférences et débats. Des bénévoles – jeunes et moins jeunes – prennent en charge l'organisation de ces soirées dont le but principal est de promouvoir une culture alternative. Le collectif crée un programme d'une douzaine de cycles thématiques; ils s'occupent de thèmes sociaux et politiques actuels au niveau national et international, ainsi que de films à caractère expérimental. En général, les projections ont lieu le vendredi et le samedi soir. En semaine, des séries telles que "Mellow Mélange" ou "Uncut" (organisé par un collectif gay) sont projetées. Depuis 2005, le cinéma de la Reitschule est membre de l'association DAK («cinéma alternatif de la ville de Berne»).