Das Queersicht Filmfestival präsentiert:


Das Queersicht Filmfestival präsentiert:

Queersicht 22 – wir sind noch da? Jawohl, denn wir sind gekommen, um zu bleiben! Wir haben in Schubladen gewühlt, um queere Lebenswelten aufzutischen. Wo bleibt die Ordnung? Schubladen müssen sein, sagt die Norm. Doch wir rufen dir zu: Befrei dich, bring alles durcheinander, schüttle dich und wühl in dir und den anderen, geh deinen Weg mit gehobenem Haupt, zeig dich und berühr uns.

«This is the night, touch me … I want to feel your body.» Du magst es experimentell? Zusammen mit der Regisseurin Adina Pintilie begibst du dich am Tanz in Bern im Rex mit Touch me not auf eine Reise durch intime Gefühlswelten. Du magst es knalliger? Dann streif zusammen mit Vanessa Paradis durch die Pariser Szene von 1979, spür ihre verzweifelte Sehnsucht nach der Verflossenen, such mit ihr den Mörder ihrer schwulen Pornodarsteller und rutsch aus auf den überstilisierten Klischees, die Yann Gonzalez in Knife + Heart präsentiert.

Not touched? Wir machen dieses Jahr keinen Hehl draus: Körperlichkeit und Sexualität sind uns wichtig. Lass Dich vom gendergemixten Pornoblock überraschen. Unsere Lippen bleiben geschnürt, wir packen nicht alles so freizügig aus. Nein, auf die Sexualität reduzieren lassen wir uns nicht. Wir präsentieren dir starke Menschen, die ihre Identität in teils schwierigen Verhältnissen entwickeln, die sich weder heilen noch bekehren lassen, die sich einengenden Normen und Beziehungen widersetzen, aufbegehren, leiden, lieben und lachen. In dieser Welt, in der vermehrt konservativ getünkte Wolken aufziehen, brauchen wir sie umso mehr, diese Vorbilder, die sich mit Mut den Konventionen widersetzen.

In «Retablo» begegnest du einer starken Vater-Sohn-Beziehung. Nähe, Geborgenheit und Gemeinschaft suchen junge queere Menschen in «Tinta Bruta». Brüche ergeben sich in «Sauvage» zwischen dem Ersehnten und dem Tun. Wenn es in «The Marriage» zur Heirat kommen sollte, zeigt es sich oft komplizierter. Müssen wir uns denn festlegen, fragen sich junge Menschen in Genderbende. Für Linn in «Bixa Travesty» hängen Geschlechterrollen definitiv nicht an Genitalien.

Doch auch wir sind nicht gefeit vor diesen Kategorien, denn jedes Jahr krächzt es: Wo sind die Frauenfilme?! Auch im Filmbusiness geht die Geschlechterungleichheit vor und hinter der Kamera umher. Wir zeigen dir selbstbestimmte, sich aus dem gesellschaftlichen Korsett befreiende Frauen.

Die Schriftstellerin Colette emanzipierte sich Anfang des 20. Jahrhunderts. Cameron lässt sich in einem Umerziehungscamp ihre Homosexualität nicht wegtherapieren. Thelma lehnt sich gegen ihre religiösen Eltern auf. Freunde, das Bijou Kenias: Rafiki. Die Geschichte im und der Tumult um den Film zeigen, dass wir uns nicht tabuisieren und vertreiben lassen.

Wir wollen Frauen in Bewegung! Dykes, Camera, Action zeigt, wie sich lesbische Frauenbilder auf der Leinwand manifestiert und entwickelt haben. Unsere diesjährige Gästin, die Regisseurin Angelina Maccarone, beehrt uns in Bern und packt aus ihrem Koffer des Filmschaffens aus: Kommt Mausi Raus?!, Fremde Haut, Verfolgt und Vivere. Sie ist zusammen mit Barbara Miller und Maria Sigrist Teilnehmerin unseres Podiums Frauen schaffen Film, das in Zusammenarbeit mit Bern für den Film am Sonntagabend in der Cinématte stattfindet.

Magst Du es kürzer? Dann 1, 2, 3, Kurzfilmblöcke, und mach eine Regisseurin oder einen Regisseur glücklich mit unserer Rosa Brille. Und wenn Du schon ganz von der Rolle bist, dann empfehlen wir die Lounge im Kulturpunkt oder den Sonntagsbrunch in der Turnhalle. Bis zum Filmriss treibt dich unsere Samstagnachtparty im Frauen*raum. Noch nicht genug? Dann klink dich aus im bee-flat-Konzert am Mittwochabend.

Hauptsache komm… komm vorbei!

Mehr Informationen zum Festival & Tickets: http://www.queersicht.ch/



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